johanna krumstroh

die briefe der marianna alcoforado

szenenbild: marianna alcoforado
szenenbild: marianna alcoforado
szenenbild: marianna alcoforado
"Ja, die Stimme der Marianna Alcoforado, Nonne zu Beja, ist eine der wunderbarsten, gültigsten durch die Zeiten hin - heute wie je."

Rainer Maria Rilke, 1921



Portugiesische Briefe, das war der Titel, unter dem diese Briefe zuerst an die Öffentlichkeit kamen - 1669 zu Paris. Die Schlichtheit des Ausdrucks und die Natürlichkeit der Empfindungen erregten Aufsehen.

Sie handeln, 1913 von Rainer Maria Rilke aus dem Französischen übertragen, von der Liebe der Nonne Marianna Alcoforado (1640-1723) zu Noel Bouton, einem französischen Offizier. Marianna vergaß Mit- und Umwelt, Gelübte und Nonnentum und gab sich ihm. Solange er in Beja war, besuchte und genoß er sie, als sich jedoch seine beruflichen Aussichten in Frankreich besserten, verließ er sie ohne Bedenken. Ihre Briefe beantwortete er, soweit er es überhaupt tat, flüchtig, gleichgültig. Doch Marianna Alcoforado bleibt im Prozeß des Schreibens nicht in Leid und Vorwürfen gefangen, sondern sie reflektiert differenziert, während sie sich ihren Gefühlen stellt und macht damit eine erstaunliche und für unsere Zeit nicht minder relevante Entdeckung, die ihr zur Loslösung verhilft.

Es ist eine Inszenierung, in der es nicht um Effekte, wohl aber um Essenz geht.

regie

Angela Röders

musik

Die Musik von Cabezon, Arauxo und Cabanilles mag ein Symbol für klösterliches Leben sein, aber sie vermag auch die Gedanken und Gefühle, die aus den Briefen sprechen, weiter zu tragen, zu verstärken, zur Ruhe zu bringen. Martin Böcker versteht es glänzend, den epochalen Geist der iberischen Musik zum Klangerlebnis zu machen.

Orgel, Cembalo: Martin Böcker